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Freitag, 25. April 2014

Mückenstich statt Osterei

Die Osterfeiertage verbringt man am besten zusammen mit der Familie und im Idealfall im Urlaub. Das weiß man auch hier in Bolivien, und so bin ich am Freitagmorgen mit meinem Bruder und meinen Eltern nach Cochabamba aufgebrochen. Wenn man weiß, dass es bald losgeht, erscheint es einem gar nicht mehr so dramatisch, an einem freien Tag, morgens, in aller Herrgottsfrühe aufzustehen. Bereits die Landschaft auf der Fahrt nach Cochabamba war vielversprechend. Zumindest bat sie bei weitem mehr Grün als La Paz, was immer ein Grund zur Freude für mich ist. Nach insgesamt knapp 6½ Stunden und 38o km waren wir dann da. Wir sind im Haus meiner Großtante [?] untergekommen [mit den korrekten Bezeichnungen der Familienbeziehungen hab ich's nicht so]. Das Haus ist sehr schön, hat einen mediteranen Touch und einen Swimmingpool. Man machte mich mit der Familie bekannt und gab mir Essen [letzteres ist immer der beste Weg, meine Gunst zu gewinnen] und damit war der Freitag dann auch schon um.
Landschaft auf dem Weg nach Cochabamba

Montag, 3. März 2014

Karneval mag mich nicht.

Alles begann am Donnerstag mit der Altweiber Fassnacht. Da ich jetzt volljährig und somit ein altes Weib bin, nahm mich meine Gastmutter mit, zu ihrem Treffen der Comadres. Um der Gruppe von 11 Frauen einen einheitlichen Look zu verpassen, trugen wir alle schwarze Jeans, ein weißes Oberteil, eine blaue Perücke und Katzenohren. Wir waren in einer Kneipe, die sich die Botschaft Tarija's nennt. Dem entsprechend wurde man dort den Traditionen dieser Stadt [Tarija] etwas näher gebracht. Es gab einen Obstkorb [der jedoch in unserem Fall eher Gemüse und Lustballons beinhaltete], traditionelle Live-Musik, sowie Essen. So habe ich es gewagt Kuhmagen zu probieren und es sogleich bereut. Es stellte sich schnell heraus, dass dieses Lokal nicht besonders gut war. Es war sehr klein und nicht für große Menschenmassen ausgelegt, doch es kamen immer mehr und mehr Leute, sodass die Lokalbesitzer uns am Ende einen Tisch und mehrere Stühle abgeknöpft haben, damit noch mehr Leute kommen können. Aber da unsere Truppe ganz lustig drauf war, hatten wir trotzdem unseren Spaß, bis...

Donnerstag, 9. Januar 2014

Post für den Tiger!

Heute war ein schöner Tag. Den Geburtstag einer Freundin [Dana] haben wir mit Schweizer Fondue und Raclette zelebriert. Das war sehr lecker und eine wunderbare Abwechslung zum typisch bolivianischem Essen. Aber dann, später, kam das, was den Tag erst so richtig schön gemacht hat. Ein Paket von 3 Freundinnen, die ich jetzt gerade am liebsten totknuddeln würde.
In dem Paket waren Fotos [grandiose Fotos und ganz schreckliche Fotos], Süßkram, bei dem mir das Wasser im Munde zusammen läuft, eine Weihnachtskarte [wenn ich bedenke, wann meine Weihnachtspostkarten vermutlich ankommen werden, muss ich diese wohl als quasi pünktlich ansehen], ein Weihnachtsstern in der Dose, weil ich mich über die fehlende Vegitation hier beschwert habe und ganz tolle Briefe!
Ich liebe Briefe! Schreibt mir Briefe!!! Nichts geht über gute, alte, handgeschriebene Briefe mit Rechtschreibfehlern und am besten noch Fettflecken! ...Postkarten sind auch nicht schlecht.

Ein enormes Dankeschön an meine lieben Freunde! Ich freue mich riesig und ich hab euch lieb! ...Habt ihr die Todesanzeigen gelesen, die ihr mir mitgeschickt habt? Hedwig M. wurde beinahe 1o2 Jahre alt!

Montag, 9. Dezember 2013

Uyuni-Reise 4/4

Im Nachhinein klingt es sehr logisch: Als wir morgens im Salzhotel aufwachten, waren wir alle sehr durstig. Das 'Bad' war dauerbesetzt, die Kameras wieder geladen [zumindest die meisten] und die Vorfreude auf den Salar de Uyuni [den Salzsee] in die Gesichter aller geschrieben. Nachdem wir alles eingepackt,unsere AFS-T-Shirts angezogen [achjaaa... ich besitze jetzt ein AFS-Bolivien T-Shirt!!] und uns mit tausend Schichten Sonnenschutz eingekremt hatten ging es dann also endlich los. Wir waren so gespannt und dann tatsächlich ein bisschen enttäuscht, dass es ersteinmal in eine Höhle ging. Die Höhle hatte zwar eine wirklich interessante Steinstruktur, war aber nichts, im Vergleich zu dem, was wir später am Tag noch sehen sollten.

Dann kam es nämlich, das Highlight, auf das wir alle gewartet haben. Boliviens neue Hoffnung. Der Salar de Uyuni!

Endloses Salz

Sonntag, 8. Dezember 2013

Uyuni-Reise 3/4

Nach der atemberaubenden Sternennacht, die so eisigkalt war, dass ich selbst im Fellgefütterten Schlafsack gefroren habe, begann ein schläfriger Morgen. In der Nacht hatten wir eigentlich abgesprochen, den Sonnenaufgang zu bewundern, doch mein Wecker hatte mich vergessen oder sich entschieden den Anblick der aufgehenden Sonne nicht mit mir zu teilen. Wie auch immer, ich habe davon nichts mitbekommen und so müde wie ich war fand ich es auch gar nicht so dramatisch... bis ich die Fotos sah.
Die Laguna Colorada mit ihrem rot gefärbten Wasser
Mit weitgehend leeren Kameraakkus und entsprechend gereizten Gemütern stiegen wir wieder in unsere Autos. Der erste Stopp war an der Laguna Colorada [die rote Lagune]. Durch die vorherrschende Algenart und den hohen Mineralstoffgehalt ist das Wasser rot gefärbt. Je nach Tageszeit und Betrachtungwinkel kann das Wasser blutrot, rosé oder orange-gelb wirken. Die Färbung des Federkleides der Flamingos, die in großer Zahl in der Laguna Colorada anzutreffen sind, ist im übrigen auf diese Mineralien und Algen zurückzuführen. Soweit ich das mitbekam erklärte die ganze Gruppe die Lagune zum schönsten Ort Boliviens, aber es ging ja noch weiter.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Uyuni-Reise 2/4

Am Montagmorgen begannen zunächst die Kämpfe um die Duschen. Wer schlau war hatte sich schon für 2 Stunden früher den Wecker gestellt aber selbst das funktionierte nur teilweise. Bei über 7o Austauschschülern und einer Tagesaußentemperatur von 4o°C wird es da echt knapp. Ich griff auf altewehrte Methoden zurück - Puder und Parfüm... und natürlich Deo -, die schlussendlich effektiver waren, als auf eine nicht freiwerdende Dusche zu warten.
Irgendwo im Nirgendwo

Die Nacht über war ich mit meinen üblichen AFS-Freunden auf einem Zimmer. Die 4 Deutschen Mädels, die mit mit mir in La Paz leben und zu denen ich mehr oder weniger regen Kontakt habe. Das gefiel mir nicht unbedingt. Ich wollte diesen Austausch ja unter anderem machen, um neue Kulturen kennen zu lernen und Freunde in der ganzen Welt zu finden. Dieser Plan wurde ja schon mehr oder weniger durchkreuzt, als wir feststellten, dass fast ausschließlich Deutsche und Belgier nach Bolivien kommen; aber dass wir uns dann auch noch in die Gruppen Asiaten, Belgier, deutsche Schüler und deutsche Freiwillige aufteilen macht es noch schlimmer. Als wir dann also gebeten wurden uns in Gruppen auf die Autos aufzuteilen, die für die nächsten Tage unser Zuhause sein sollten, gab ich mein bestes, von meinen üblichen Gefährten wegzukommen und mich bunt unter die Leute zu mischen. Ich hatte [zunächst] eine Gruppe mit einem Deutschen, der aber quasi am anderen Ende Boliviens wohnt, 3 Thailändern und einer Japanerin. Das war doch schonmal nicht schlecht. Mit dem Auto [einem Toyota Land Cruiser] sind wir dann ins Nirgendwo gedüst.

Samstag, 30. November 2013

Uyuni-Reise 1/4

Am Samstagabend um 2o Uhr trafen sich unsere reise- und abenteuerlustigen AFSer am Busterminal, um unser schönes Bolivien zu erkunden. Natürlich habe ich immer noch nichts aus meinem Aufenthalt hier gelernt, ansonsten wäre ich nicht pünktlich erschienen, weil [wie sollte es auch anders sein] wir sind erst um 21:3o Uhr wirklich abgefahren.
Der Sonnenaufgang scheint durch den Bus
Wir hatten einen Bus mit Semibetten, also halb Sitz, halb Bett. Der war grundsätzlich sehr gemütlich aber nicht für lange europäische Beine gedacht. Die Stunden gingen dahin, in denen wir redeten, bis uns schlussendlich doch die Müdigkeit [und vielleicht auch der Verstand] überkam und wir seelig einschliefen. Unsanft aufgeweckt wurden wir dann kurze Zeit später durch einen holprigen Halt an einer Raststätte. Raststätte definiert sich hier in Bolivien als ein kleiner Laden, mitten im Nirgendwo, der verhältnismäßig überteuerten Süßkram verkauft. Nachdem wir uns mit überlebenswichtigen Keksen eingedeckt hatten, waren wir wieder hellwach und Christin, die neben mir saß, und ich hielten uns gegenseitig wach, um den Sonnenaufgang zu bestaunen.

Samstag, 23. November 2013

Lebenszeichen

Ich erhielt gerade eine Nachricht meiner Mutter, die mit den Worten 'Du faule Socke, du' begann'. Da kam mir der Gedanke, dass ich vielleicht einmal Lebenszeichen von mir geben sollte. Also:
Ich habe sehr viel Spaß, wie man sieht.

Dass ich mich solange nicht gemeldet habe, hat einen ganz einfachen Grund. Wir hatten die ganzen letzten Tage kein Internet, weil der Stecker gezogen war und wir es alle nicht gemerkt haben und stattdessen die Schuld bei der örtlichen Telefongesellschaft gesucht haben.

Montag, 4. November 2013

My new Family

Jetzt nach dem Familienwechsel geht es mir viel besser! Ich habe eine Familie gefunden, in der ich mich wohl fühle... halt ein bisschen wie in einer Familie. Und das nach nur 4 Tagen!
Eine so tolle Familie kann ich naürlich keinem vorenthalten, deshalb würde ich sie euch gerne hiermit vorstellen.
Bruder Jeremy
[ganz offensichtlich nicht
imaginär!]

Die wohl wichtigsten Familienmitglieder sind die, die mit im Haus [bzw. in der Wohung] leben. Das wären mein Bruder Jeremy [nicht imaginär!!!], meine Mama Susana und mein Papa David. Auch nicht zu vergessen sind meine Großeltern, die mitsamt Hund/ laufendem Bettvorleger Rocky nahe bei der Schule wohnen und mittags für unsere Verköstigung sorgen.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Titicaca See

Sorry, dass es diesmal so lange gedauert hat. Ich war so müde am Sonntag und danach hat mich das Internet verlassen. Ich hatte eigentlich sogar vor, den Post von einem Schulrechner im Informatikunterricht zu veröffentlichen. Aber wir hatten Examen und da konnte ich mich nicht unbemerkt ins Internet schleichen...Aber hier kommt [dann halt etwas verspätet] der hoffentlich interessante Bericht:

Der See [Blick von der Sonneninsel]

Dieses Wochenende war die AFS-Reise zum Titicacasee. Mit über 4o Schülern und Freiwilligen trafen wir uns am Samstagmorgen zur Abreise. Allein die Busfahrt war schon lustig. Wir haben die Leute, mit denen wir geflogen sind wiedergetroffen und viele, viele neue kennengelernt. Man konnte sich über alle möglichen Dinge unterhalten, Erfahrungen austauschen oder einfach nur über die Familien bzw AFS-Bolivien lästern. Ohne untergehende Sonne war der Ausblick nicht ganz so atemberaubend, wie letztes Mal, aber immer noch wirklich schön. Wir genossen die Busfahrt mitsamt der Aussicht und knabberten Süßigkeiten bis die Kurven anfingen. [Von denen zu berichten habe ich das letzte Mal versäumt] Deutsche Serpentinen sind nichts im Vergleich zu bolivianischen Kürvchen in grausamer Höhe gepaart mit noch viel grausamerem bolivianischem Fahrstiel. Ich habe es aber überlebt. Gott sei Dank! Sonst hätte ich den Rest der wunderbaren Reise verpasst. Nachdem wir Copacabana erreicht hatten, sind wir direkt auf Boote umgestiegen, die uns zur Isla del Sol [der Sonneninsel] gebracht haben.

Freitag, 25. Oktober 2013

LamaAlarm

Wir unterbrechen das übliche Programm für eine wichtige Mitteilung
Ich hab heute mit einem Kaugummi kauenden Babylama im Minibus gesessen! Und ich hab die ganze Zeit über '¿Como se llama?' [Wie heißt es?] geschmunzelt, weil llama heißen und Lama bedeutet.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Nervioso

Die coolen Karten aus dem 1€ Shop
Chicos, ¿podemos jugar? ¿Tal vez 'Nervioso'?
Ich dachte mir, heute teile ich mit der Welt, was ich so im Unterricht mache. Selbstverständlich versuche ich mich so gut wie möglich an meine Abmachung zu halten, alles zu tun, was meine Mitschüler auch tun. Die letzten Tage fanden die Mitschüler in meiner unmittelbaren Nähe großen Gefallen an meinem Kartenspiel und da dachte ich mir, ich müsste mitmachen! Das Spiel, welchem wir uns mit Vergnügen widmeten heißt 'Nervioso' [zu deutsch: nervös]. Die Regeln sind bemerkenswert einfach [was will man auch großartig erwarten, von Schülern, die in der Abschlussklasse Bruchrechnen lernen]. Die Karten werden gleichmäßig auf alle Spieler aufgeteilt. Ein beliebiger Spieler beginnt, indem er die oberste Karte, seines verdeckten Stapels auf den Tisch legt und UNO [eins!] sagt. Der Spieler zu seiner Linken tut es ihm gleich und sagt DOS [zwei!]. So geht es im Uhrzeigersinn immer weiter. Sollte die Karte, die auf den Tisch gelegt wurde tatsächlich dem entsprechen, was gesagt wurde [z.B UNO - Ass, 5 - 5 oder K - König] so versuchen alle Spieler so schnell wie möglich ihre Hand auf die Karte zu legen. Der letzte, dem dies gelingt, muss die Karten aufnehmen und das Spiel geht weiter. Man muss den Stapel ebenfalls an sich nehmen, wenn man fälschlicher Weise, die Hand, auf eine Karte legt, einen Spieler überspringt oder eine falsche Karte ansagt [z.B statt J/B, 11] also, wenn man nervös handelt. Das alles klingt vielleicht gar nicht so spaßig, ist es aber! Insbesondere bei uns! Beim Spielen kommt immer wieder der Zwischenruf 'rapido!' [schnell], was einen dazu veranlasst die Karten eine nach der anderen auf den Tisch zu kloppen. Außerdem kommt es schon mal vor, dass ich, doof wie ich bin einfach mal, meine Hand auf den Tisch haue, weil ich der festen Überzeugung bin, eine 3 gesehen und gehört zu haben. Auch ganz lustig ist es, wenn man das Spiel mit langen Fingernägeln spielt... Sagen wir es so: UNO, DOS, TRES, CUATRO - patsch, patsch, patsch, AUUUUUU! patsch, AUUU! Da sind blutende Hände nichts besoderes.

Also Kinder: Zuhause nur unter Aufsicht Erwachsener spielen!

Freitag, 11. Oktober 2013

Zusammenfassung II

Heute war Weltfrauentag [auf jeden Fall in diesem Teil der Welt]. Das ist hier wohl was besonderes. Man ...äääh... Frau bekommt Rosen!!! Mir wär es lieber, sie würde Kekse bekommen, aber man kann wohl nicht alles haben. Zur Feier des Tages haben wir in der Schule Plakate gebastelt und den kompletten Klassenraum mit gelber Wolle in ein gigantisches Spinnennetz verwandelt. Ich hab von der Wolle immernoch was im Haar.
Mein Wörterbuch lügt übrigens. Es sagt, dass das H im Spanischen immer stumm ist. Chips Ahoy! werden aber mit H gesprochen. Das hat mich glücklich gemacht. Außerdem habe ich eine Bolivianische Gefängnismauer angefasst [ja.. natürlich von außen... ich habe sie nicht überwinden können]. Aber → 'I hoap di Moa angfasst!'
Und um den Tag perfekt abzurunden habe ich eine echte Katze gesehen! So Real Life und so. Das erste mal seit über 2,5 Monaten! Juhu! Sie wollte mich aufessen, aber was macht das schon... KATZÖÖ!

¡Sí, hoy estoy muy feliz! No estaba en mi casa. Asi [conclusión de lo normal]: ¡La casa es mala! ¡Yaaaaaaaa! Chau, Amigos.

Mittwoch, 25. September 2013

An Extraordinary Schoolday

Hab ich schonmal erwähnt, dass Bolivianer wirklich gerne tanzen? Immer und überall? Als ich das einem Freund erzählte, fragte er mich ob es auch so coole Tanzbattles gäbe, wie in Step Up. Bis heute morgen musste ich diese Frage leider verneinen, doch dann kam DAS:
Sieht aus wie Macarena... isset auch!              [Promo 2o14]
Alle Klassen der Sekundarstufe hatten die Möglichkeit Tanzgruppen zu stellen und sich zu freigestellter Musik eine Choreographie zu überlegen, die dann vor dem Rest vorgeführt und bewertet wurde.

Montag, 9. September 2013

Wir machen einen Ausflug

...bzw haben gemacht. Und zwar gestern. Um 4:4o klingelte mein Wecker, weil mir gesagt wurde, dass wir uns um 5:45 vor der Schule treffen und ich als Deutsche ja die dumme Angewohnheit habe pünktlich kommen zu wollen.  Ich war dann auch um 5:48 die zweite vor Ort. Und es war dunkel. Und kalt. Die Busse, die 'allerspätestens' um 6:3o abfahren sollten kamen um 6:45 angerollt und blieben dann auch ersteinmal da stehen. Warum? Aber natürlich weil noch jemand fehlte. Der wiederum kam um 5 nach 7 und um 1o nach sind wir dann tatsächlich nach El Alto gefahren. [El Alto gehörte einst zu La Paz, ist nun aber eine eigenständige Stadt, die nochmal knapp 5oo m höher liegt als La Paz.] Dort erwartete uns ein Zug, der, wie mir gesagt wurde, um 8 Uhr abfahren sollte. Und daaa wurde mir dann so einiges klar. Sobald mir das nächste Mal jemand sagt, ich soll zu einer bestimmten Uhrzeit irgendwo sein, komme ich einfach ne Stunde später, dann bin ich pünktlich. Das ganze hat auch noch einen Namen: Hora Boliviana!

Dienstag, 20. August 2013

Kurzmitteilung

Irgendwie ist hier alles besser geworden. Die Familie, die Musik, das Essen, die Sprache und das dazugehörende Verstehen und ich hab sogar in letzter Zeit weniger Ameisen gesichtet. Jetzt würde mich nur interessieren, ob das alles wirklich besser geworden ist, oder ob ich mich einfach nur daran gewöhnt habe. 
Bleibt nur noch ein Problem: mich nervt momentan alles und jeder. Hoffen wir, dass ich das nicht zu sehr zeige und schieben es auf irgendwelche Hormone.

Gestern hab ich übrigens etwas interessantes gelesen: Katzen haben so effiziente Nieren, dass sie Meerwasser trinken können, um sich zu rehydrieren. Ist das nicht interessant!?

Samstag, 17. August 2013

Happy Anniversary

Wow. Heute bin ich tatsächlich schon 4 Wochen in meiner Gastfamilie. Das sind 8,3% meiner gesamten Zeit hier. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich glücklich sein soll, dass diese 8,3% schon um sind. Traurig bin ich auf jeden Fall nicht. Noch nicht. In ein paar Monaten sitze ich vielleicht hier, denke an jetzt zurück und kann meine Gedanken kein bisschen verstehen, weil es mir hier so gut gefällt. Wer weiß das schon?

Gestern hatte ich immerhin einen sehr interessanten Schultag. Zunächst hatten wir Sport und wie wir ja alle wissen ist das so ne Sache mit dem Bewegen hier oben. Letzte Woche habe ich mich noch gekonnt geweigert, gestern hab ich es dann doch mal versucht. Bewegen... bäh. Es war eigentlich ganz spaßig Volleyball mal von jemand anderem zu lernen als einer Sportlehrerin, die es für nötig hält, ihre Schüler trocken-bagger-Übungen [also ohne Ball] machen zu lassen. Blöd ist nur, wenn man sich den Ball aus 2o m Entfernung gegenseitig zupritschen soll, das Licht einen aber so blendet, dass man nichts sieht und den Ball direkt auf die Nase bekommt. Ich mein, ich wusste ja, dass ich den Sportunterricht nicht überleben würde. Ich hätte allerdings nicht damit gerechnet, dass das Blut in Strömen fließen würde. Zugegeben... ich lebe noch. Aber nur ganz knapp!

Donnerstag, 8. August 2013

Eindrücke der ersten Schultage

Ein Cosi-Dingsbums in Schuluniform im Unterricht.
Soo, die ersten beiden Schultage sind geschafft und ich mit ihnen.
Ich gehe auf das Colegio Ingles Catholico [ich hoffe das ist so in etwa richtig]. Das liegt mitten in La Paz, nicht weit entfernt vom vielleicht touristischsten Teil der Stadt. Die Schule ist voller Jesusbilder und -Staturen... Ein bisschen befremdlich zunächst.
Wie ich schon vorgewarnt wurde, sind Bolivianer, wie die meisten anderen Lateinamerikaner auch, sehr kontaktfreudig. In der Schule äußerte sich dies besonders dadurch, dass ich gefühlte 6o.ooo Fragen beantworten musste. Die wohl am häufigsten gestellten, neben 'Wie heißt du?' und 'Wo kommst du her?', waren wohl 'Was hörst du für Musik?', 'Hast du einen Freund?' und 'Wie ist dein Nachname?'. Da frag ich mich irgendwie warum es alle so brennend interessiert, wie ich mit Nachnamen heiße, zumal sie ihn so oder so nicht aussprechen können. Aber nun gut, es zeugt ja schließlich von Interesse und das ist doch etwas positives. Was nicht ganz so positiv ist, ist meine Blondheit [ich spreche von meiner Haarfarbe, nicht von der Intelligenz]. Zwischen all den kohlrabenschwarzen Köpfen, falle ich auf, wie ein bunter blonder Hund. Das führt zu noch mehr Fragen, die weitgehend die selben bleiben und einer ganzen Menge Aufmerksamkeit, die für einen Menschen allein viel zu viel ist. Aber die Schüler sind alle sehr nett. Ein bisschen zu interessiert, aber nett!

Freitag, 2. August 2013

Es ist schon ganz in Ordnung hier :)

Heute schreibt ich zu Abwechslung mal was positives! Es kann ja schließlich nicht sein, dass ich alle in dem Glauben lasse hier sei es ganz schrecklich und eigentlich habe ich eine schöne Zeit.
Da der Mensch jedoch dazu neigt, die negativen Dinge eher wahrzunehmen, als die positiven, musste ich tatsächlich ein bisschen nachdenken, bis mir erwähnenswerte Sachen eingefallen sind.