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Sonntag, 15. Juni 2014

Time is running out...

Wie konnte es passieren, dass aus 34o Tagen so schnell 4 wurden? Wollte ich nicht noch verreisen, Dinge einkaufen, Rezepte lernen, Freunde treffen? Nun sind meine 11 Monate so gut wie um und ich beeile mich noch so viel  in dieser kurzen Zeit zu erleben, wie möglich.

Unter Zeitdruck habe ich es endlich geschafft La Paz' Touristenattracktion schlechthin zu besuchen. Die Valle de la Luna [das Mondtal] sieht wirklich ein bisschen aus, wie aus einer anderen Welt. Mit jedem Regen, wird das Gestein ein wenig abgetragen und es bilden sich interessante Strukturen in einer ansonsten doch recht trist wirkenden Landschaft.

Donnerstag, 12. Juni 2014

La Ciudad Blanca

Da alle Städte in Bolivien so weit von einander entfernt liegen, unterscheiden sie sich auch grundlegend voneinander. Abgesehen von verschiedenen Klimaanpassungen, dem Dialekt oder den Essgewohnheiten unterscheiden sie sich auch im Aussehen.

Samstag, 17. Mai 2014

In den Fußstapfen der Saurier

Wie viele vielleicht wissen, sind es jetzt noch weniger als 5o Tage, bis ich wieder heimatlichen deutschen Boden unter den Füßen habe. Da ich ja bereits die Osterfeiertage auf einer Reise verbracht habe, habe ich mich schon quasi daran gewöhnt besondere Tage reisend zu verbringen und habe mich mit AFS auf nach Toro Toro gemacht. Toro Toro liegt in Potosí, aber der einzige Weg dorthin führt aus Cochabamba und so mussten wir leider das kalte und ungemütliche La Paz verlassen und nach Cochabamba fahren. Außer mir haben sich aus La Paz nur zwei weitere Personen für die Reise angemeldet und wie es der Zufall so wollte kamen wir alle drei aus dem gleichen Kuhkaff in Deutschland. 
Am 1. Mai trafen wir uns mit unseren Mitreisenden in Cochabamba. Von den 26 Personen kamen nur 7 nicht aus Belgien und so mussten wir uns eine ganze Menge Flämisch anhören. Der Weg nach Toro Toro ist sehr schmal, holprig mit Steinen gepflastert oder an vielen Stellen gar ganz unbefestigt. Nach vier Stunden Fahrt ist der Hintern dann taub.
Nachdem wir gegessen und und in Badekleidung gesteckt hatten, ging es auf, zu unserem ersten Ausflug. Man sagte uns, 2 km entfernt läge ein Wasserfall und wir bräuchten 2 Stunden, um dort hin zu gelangen. Das klingt absolut übertrieben. Ein Kilometer pro Stunde? Wer läuft denn bitte so langsam? Wir mussten allerdings feststellen, dass wir nach 2 Stunden immernoch nicht da waren. Der Wasserfall lässt sich am besten mit einer deutschen Klamm vergleichen [wer keine Klammen kennt ist zu bedauern], nur, dass es absolut keine Wege gibt. Die Regenzeit ist hier vorbei und so kann man durch das teilweise trockene Flussbett laufen. Das Ganze hat seine vor und Nachteile. Es fehlt der Sicherheitsaspekt. Tritt man auf einen lockeren Stein oder eine nasse Stelle, kann man sehr schnell ausrutschen und hinfallen, was wiederum zu Verletzungen führen kann, die vor Ort  nicht behandelbar sind. Das nächste Krankenhaus ist über 2oo km entfernt. Wer sich allerdings geschickt anstellt, verletzt sich nicht und kommt eigentlich auch ganz flott voran. Für jemanden, wie mich, der gerne kraxelt und klettert, ist es die reinste Wohltat, keine Holzbrücken oder geschotterten Wege unter den Füßen zu haben. Man muss nachdenken, sich seinen eigenen Weg suchen, intuitiv entscheiden, welcher Stein fest ist und welcher nicht.
Es gab noch einen weiteren Vorteil dieses bolivianischen Wasserfalls: Wir konnten darin schwimmen gehen! An einer Stelle war der Felsen so glatt, dass man ihn als Rutschbahn benutzen konnte und ein einer anderen war das Wasser so tief, dass man aus 8 Metern Höhe hineinspringen konnte. Wir hatten also unseren Spaß und eine sehr willkommene Abkühlung bei den 35°c und der prallen Mittagssonne. Aber auch jene wasserscheuen Geschöpfe, die mit uns reisten hatten einen schönen Tag. Der Wasserfall war wunderschön und neben diesem konnten wir noch Handflächengroße Spinnen und Dinosaurierspuren bewundern. Zu diesen später mehr.


Freitag, 25. April 2014

Mückenstich statt Osterei

Die Osterfeiertage verbringt man am besten zusammen mit der Familie und im Idealfall im Urlaub. Das weiß man auch hier in Bolivien, und so bin ich am Freitagmorgen mit meinem Bruder und meinen Eltern nach Cochabamba aufgebrochen. Wenn man weiß, dass es bald losgeht, erscheint es einem gar nicht mehr so dramatisch, an einem freien Tag, morgens, in aller Herrgottsfrühe aufzustehen. Bereits die Landschaft auf der Fahrt nach Cochabamba war vielversprechend. Zumindest bat sie bei weitem mehr Grün als La Paz, was immer ein Grund zur Freude für mich ist. Nach insgesamt knapp 6½ Stunden und 38o km waren wir dann da. Wir sind im Haus meiner Großtante [?] untergekommen [mit den korrekten Bezeichnungen der Familienbeziehungen hab ich's nicht so]. Das Haus ist sehr schön, hat einen mediteranen Touch und einen Swimmingpool. Man machte mich mit der Familie bekannt und gab mir Essen [letzteres ist immer der beste Weg, meine Gunst zu gewinnen] und damit war der Freitag dann auch schon um.
Landschaft auf dem Weg nach Cochabamba

Freitag, 11. April 2014

Ausnahmezustand

Nachdem ich die Fragerunde dann doch eigentlich beendet hatte, kamen noch ein paar weitere Fragen rein.
'Ich würde gerne wissen wie es dir geht wenn du an verschiedene Themen oder Personen denkst. Deine Eltern, deine Katze deine anderen Menschen zu Hause. Und inwiefern hat dich das Auslandsjahr verändert? [...] 
Bist du jetzt wirklich sportlich? 
Wie sieht dein Alltag aus? 
Kannst du mehr Fotos machen?'
Jetzt da der Abflug und die damit verbundene Rückkehr näher rückt, denke ich viel öfter an Zuhause als zuvor. Ich frage mich häufig, wie meine Freunde wohl reagieren werden, wenn ich auf einmal wieder da bin, wie sie sich verändert haben, wie sich unser Dörfchen verändert hat, wie ICH mich verändert habe. Wer weiß, ob es wirklich einfach ist, wieder daran anzuschließen, wo man losgelassen hat. Trotz allem freue ich mich sehr, bald alle wieder zu sehen, Freunde, Familie. Natürlich insbesondere die Eltern. Crispi [meine Katze] ist leider verstorben und darum denke ich lieber nicht an sie.

Keine Ahnung, wie ich mir die Illusion machen konnte jemals sportlich zu werden. Ich lebe im 4. Stock auf einem Berg und bin jedes Mal völlig KO, wenn ich endlich durch die Wohnungstür krieche. Aber da ist dann ein Kater, der mich mehr oder weniger freudig begrüßt, also steigt man doch gerne all diese Treppen [und selbstverständlich gibt es hier oben Essen].

Freitag, 21. Februar 2014

Skelette, Staub und Blut

Ach, wie schnell werden die Kinder groß. Quasi gestern noch am Daumen nuckelnd [oder war das heute Morgen??], bin ich heute Studentin. Ja, richtig gelesen, Studentin! Um genau zu sein, bin ich seit letztem Montag Kunststudentin an der bolivianischen Universität UMSA.
Eigentlich hatte ich bereits Montag oder zumindest Dienstag vor, diese tolle Botschaft zu übermitteln, doch Dank haufenweiser Hausaufgaben und einem gewissen Drang zu schlafen, habe ich es kaum geschafft überhaupt an den Computer zu kommen. 
Nach einem gefühlten halben Jahrhundert Ferien konnte ich es eigentlich kaum erwarten endlich Bescheid zu kriegen wann und vorallem was ich in meinen letzten 4 Monaten hier in Bolivien studieren würde. Ich hatte mich für Kunst und Anthropologie 'beworben', doch es stand ganz außer Frage, dass ich lieber Kunst studieren würde. Vorletzten Donnerstag kam dann die glorreiche Nachricht, dass ich es in die Kunstfakultät der UMSA geschafft habe. Die Freude war groß, bis ich am nächsten Tag dort ankam, um meinen Stundenplan mit der Direktion zu besprechen. Von da an war dann plötzlich alles gruselig. Da der erste Jahrgang generell überfüllt ist, wurde ich in den zweiten gesteckt, mit der Begründung, ich hätte ja mit Sicherheit schon einiges an Erfahrung. Selbstverändlich kannte ich niemanden, alle hatten bereits ein Jahr studiert und ich fühlte mich als hätte ich absolut keine Ahnung, von dem was da vor sich geht. 

Montag, 3. Februar 2014

Der Riese in der Zwergenwelt

Finally got my Bolivian ID!
Mensch, Mensch ich hab mich auch schon ewig nicht mehr gemeldet. Ihr hattet also gar keine wirkliche Chance meine wundervollen Renovierungmaßnahmen zu genießen. Aber JETZT! Endlich ist es wieder soweit.
Mir geht es soweit immer noch gut. Wann das Studium endlich startet und was ich studieren werde, weiß ich dank bolivianischem Fleiß und der Schnelligkeit hier immer noch nicht. Aber ich gestalte meine verbleibenden Ferientage stets interessant. Geschlafen wird bis Mittags dann geht's hinunter zu den Großeltern, um etwas zu essen. Und im Anschluss tue ich was auch immer mir beliebt, bis meine Gasteltern nach Hause kommen und wir etwas gemeinsam unternehmen. Klingt eigentlich nicht viel, aber irgendwie habe ich immer etwas zu tun.
Aber was hat das ganze mit dem Riesen in der Zwergenwelt zu tun? Hier ein kleiner Hinweis →

Donnerstag, 9. Januar 2014

Post für den Tiger!

Heute war ein schöner Tag. Den Geburtstag einer Freundin [Dana] haben wir mit Schweizer Fondue und Raclette zelebriert. Das war sehr lecker und eine wunderbare Abwechslung zum typisch bolivianischem Essen. Aber dann, später, kam das, was den Tag erst so richtig schön gemacht hat. Ein Paket von 3 Freundinnen, die ich jetzt gerade am liebsten totknuddeln würde.
In dem Paket waren Fotos [grandiose Fotos und ganz schreckliche Fotos], Süßkram, bei dem mir das Wasser im Munde zusammen läuft, eine Weihnachtskarte [wenn ich bedenke, wann meine Weihnachtspostkarten vermutlich ankommen werden, muss ich diese wohl als quasi pünktlich ansehen], ein Weihnachtsstern in der Dose, weil ich mich über die fehlende Vegitation hier beschwert habe und ganz tolle Briefe!
Ich liebe Briefe! Schreibt mir Briefe!!! Nichts geht über gute, alte, handgeschriebene Briefe mit Rechtschreibfehlern und am besten noch Fettflecken! ...Postkarten sind auch nicht schlecht.

Ein enormes Dankeschön an meine lieben Freunde! Ich freue mich riesig und ich hab euch lieb! ...Habt ihr die Todesanzeigen gelesen, die ihr mir mitgeschickt habt? Hedwig M. wurde beinahe 1o2 Jahre alt!

Frohes Neues Jahr!

2o14. Da ist schon wieder ein Jahr um und damit auch schon über die Hälfte meiner Zeit hier. Nach so vielen Eindrücken, die ich in Bolivien gewonnen habe, nach so vielen Dingen, die ich gelernt habe, weiß ich jetzt auch, wie man das bolivianische Neue Jahr richtig beginnt.
Wie sonst auch im ganzen Rest der Welt kennt man hier Dinner for one nicht. Ebenso wenig gießt man Blei oder isst Raclette. Was man hier macht, was der ein oder andere vielleicht aus Italien kennt, ist dass man hier neue rote oder auch gelbe Unterwäsche trägt. Rot soll Glück für die Liebe bringen, Gelb Wohlstand. Ansonsten gibt es vor Mitternacht nichts spektakuläres. Die wirklichen Traditionen kommen zusammen mit dem Neuen Jahr. Selbstverständlich gibt es einen Countdown und man stößt auf das Neue Jahr an. Traditionell mit Sekt... ich mit Bier!

Mittwoch, 1. Januar 2014

Feliz Navidad!

Weihnachten ist jetzt vorbei und so richtig kann/ will ich das nicht verstehen. Vielleicht war irgendwo Weihnachten, aber nicht so richtig für mich. Klar, es gab 'nen Baum [wenn auch nur aus Plastik] und Weihnachtslieder von Glee, aber was ist ein Weihnachtsfest ohne Christstollen, singen unterm Weihnachtsbaum und ein gemütliches Feuerchen.

Krippe, Tannenbaum [blinkend] und Weihnachtsmann
Also wie war denn jetzt Weihnachten für mich? Angefangen hat für mich wohl alles damit, dass ich am 23. immer noch nicht alle Geschenke zusammen hatte und dementsprechend skeptisch war ich dann meiner hektischen Auswahl gegenüber. Wird es ihnen wirklich gefallen? Gedanken hatte ich mir zwar gemacht. Aber reichen 15 Minuten überlegen wirklich aus, um ein gutes Geschenk zu finden? Offensichtlich war ich jedoch bei weitem früher dran, als der Rest meiner Familie, der sich noch am Morgen des 24. auf die Suche nach Geschenken begab.

Samstag, 14. Dezember 2013

Weihnachtsstimmung?

Dass in 1o Tagen Weihnachten sein soll, ist bei mir noch nicht angekommen. An meinen bolivianischen Mitmenschen liegt das aber ganz bestimmt nicht. Bei Pollos Copacabana [dem bolivianischen McDonalds] stehen schon seit Mitte November die Weihnachtsbäume in vollem Schmuck und auch so spart hier keiner an der Deko. Meine Mutter würde einen Anfall kriegen, wenn sie sehen würde in welch 'geschmackvoll' überdekoriertem Umfeld ich mich gerade befinde. Blinkende, singende Lichterketten - Das erfüllt doch die Herzen mit Freude. Überall ist es bunt und blinkt und die üblichen Weihnachtslieder, die einen zu jeder anderen Jahreszeit zu Tode nerven würden, tönen von überall her.

Eine der weniger kitschigen Dekorationen.
Also wie kommt es, dass ich nicht in Weihnachtsstimmung bin?
Vermutlich fehlen mir zu viele Dinge, die für mich zu Weihnachten einfach dazu gehören. Zum Beispiel das zweimonatige Aufregen darüber, dass die Weihnachtsartikel wie Lebkuchen, Zimtsterne und Schokoweihnachtsmänner viel zu früh verkauft werden. Ich habe dieses Jahr keine einzige alte Frau, vor mir an der Kasse 'Pure Geldmacherei!' sagen hören. Faszinierend, dass das für mich zu Weihnachten dazugehört. Natürlich spielt auch das Wetter hier gar nicht mit. Wenn es nicht regnet [und so oft regnet es hier im Moment nicht] scheint die Sonne und es ist wirklich, wirklich warm. Nicht gerade weihnachtlich... Die Tage sind viel zu lang für Winter und hier ist ja auch gar kein Winter! Weihnachten im Sommer!? Die Weihnachtsbäume sind alle aus Plastik und teilweise nicht einmal grün. Es gibt keine 24 Tage Vorbereitungszeit durch einen Advendskalender, der auch gleichzeitig immer ein gutes Wahnzeichen ist, wie viele Tage man noch hat, bis die Geschenke fertig verpackt unterm Baum liegen müssen. Eine Adventszeit ohne Christstollen, Glühwein/Punsch, Adventskranz oder Weihnachtsmarkt. Das ist es doch wirklich nicht.

Montag, 9. Dezember 2013

Uyuni-Reise 4/4

Im Nachhinein klingt es sehr logisch: Als wir morgens im Salzhotel aufwachten, waren wir alle sehr durstig. Das 'Bad' war dauerbesetzt, die Kameras wieder geladen [zumindest die meisten] und die Vorfreude auf den Salar de Uyuni [den Salzsee] in die Gesichter aller geschrieben. Nachdem wir alles eingepackt,unsere AFS-T-Shirts angezogen [achjaaa... ich besitze jetzt ein AFS-Bolivien T-Shirt!!] und uns mit tausend Schichten Sonnenschutz eingekremt hatten ging es dann also endlich los. Wir waren so gespannt und dann tatsächlich ein bisschen enttäuscht, dass es ersteinmal in eine Höhle ging. Die Höhle hatte zwar eine wirklich interessante Steinstruktur, war aber nichts, im Vergleich zu dem, was wir später am Tag noch sehen sollten.

Dann kam es nämlich, das Highlight, auf das wir alle gewartet haben. Boliviens neue Hoffnung. Der Salar de Uyuni!

Endloses Salz

Sonntag, 8. Dezember 2013

Uyuni-Reise 3/4

Nach der atemberaubenden Sternennacht, die so eisigkalt war, dass ich selbst im Fellgefütterten Schlafsack gefroren habe, begann ein schläfriger Morgen. In der Nacht hatten wir eigentlich abgesprochen, den Sonnenaufgang zu bewundern, doch mein Wecker hatte mich vergessen oder sich entschieden den Anblick der aufgehenden Sonne nicht mit mir zu teilen. Wie auch immer, ich habe davon nichts mitbekommen und so müde wie ich war fand ich es auch gar nicht so dramatisch... bis ich die Fotos sah.
Die Laguna Colorada mit ihrem rot gefärbten Wasser
Mit weitgehend leeren Kameraakkus und entsprechend gereizten Gemütern stiegen wir wieder in unsere Autos. Der erste Stopp war an der Laguna Colorada [die rote Lagune]. Durch die vorherrschende Algenart und den hohen Mineralstoffgehalt ist das Wasser rot gefärbt. Je nach Tageszeit und Betrachtungwinkel kann das Wasser blutrot, rosé oder orange-gelb wirken. Die Färbung des Federkleides der Flamingos, die in großer Zahl in der Laguna Colorada anzutreffen sind, ist im übrigen auf diese Mineralien und Algen zurückzuführen. Soweit ich das mitbekam erklärte die ganze Gruppe die Lagune zum schönsten Ort Boliviens, aber es ging ja noch weiter.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Uyuni-Reise 2/4

Am Montagmorgen begannen zunächst die Kämpfe um die Duschen. Wer schlau war hatte sich schon für 2 Stunden früher den Wecker gestellt aber selbst das funktionierte nur teilweise. Bei über 7o Austauschschülern und einer Tagesaußentemperatur von 4o°C wird es da echt knapp. Ich griff auf altewehrte Methoden zurück - Puder und Parfüm... und natürlich Deo -, die schlussendlich effektiver waren, als auf eine nicht freiwerdende Dusche zu warten.
Irgendwo im Nirgendwo

Die Nacht über war ich mit meinen üblichen AFS-Freunden auf einem Zimmer. Die 4 Deutschen Mädels, die mit mit mir in La Paz leben und zu denen ich mehr oder weniger regen Kontakt habe. Das gefiel mir nicht unbedingt. Ich wollte diesen Austausch ja unter anderem machen, um neue Kulturen kennen zu lernen und Freunde in der ganzen Welt zu finden. Dieser Plan wurde ja schon mehr oder weniger durchkreuzt, als wir feststellten, dass fast ausschließlich Deutsche und Belgier nach Bolivien kommen; aber dass wir uns dann auch noch in die Gruppen Asiaten, Belgier, deutsche Schüler und deutsche Freiwillige aufteilen macht es noch schlimmer. Als wir dann also gebeten wurden uns in Gruppen auf die Autos aufzuteilen, die für die nächsten Tage unser Zuhause sein sollten, gab ich mein bestes, von meinen üblichen Gefährten wegzukommen und mich bunt unter die Leute zu mischen. Ich hatte [zunächst] eine Gruppe mit einem Deutschen, der aber quasi am anderen Ende Boliviens wohnt, 3 Thailändern und einer Japanerin. Das war doch schonmal nicht schlecht. Mit dem Auto [einem Toyota Land Cruiser] sind wir dann ins Nirgendwo gedüst.

Samstag, 30. November 2013

Uyuni-Reise 1/4

Am Samstagabend um 2o Uhr trafen sich unsere reise- und abenteuerlustigen AFSer am Busterminal, um unser schönes Bolivien zu erkunden. Natürlich habe ich immer noch nichts aus meinem Aufenthalt hier gelernt, ansonsten wäre ich nicht pünktlich erschienen, weil [wie sollte es auch anders sein] wir sind erst um 21:3o Uhr wirklich abgefahren.
Der Sonnenaufgang scheint durch den Bus
Wir hatten einen Bus mit Semibetten, also halb Sitz, halb Bett. Der war grundsätzlich sehr gemütlich aber nicht für lange europäische Beine gedacht. Die Stunden gingen dahin, in denen wir redeten, bis uns schlussendlich doch die Müdigkeit [und vielleicht auch der Verstand] überkam und wir seelig einschliefen. Unsanft aufgeweckt wurden wir dann kurze Zeit später durch einen holprigen Halt an einer Raststätte. Raststätte definiert sich hier in Bolivien als ein kleiner Laden, mitten im Nirgendwo, der verhältnismäßig überteuerten Süßkram verkauft. Nachdem wir uns mit überlebenswichtigen Keksen eingedeckt hatten, waren wir wieder hellwach und Christin, die neben mir saß, und ich hielten uns gegenseitig wach, um den Sonnenaufgang zu bestaunen.

Samstag, 23. November 2013

Lebenszeichen

Ich erhielt gerade eine Nachricht meiner Mutter, die mit den Worten 'Du faule Socke, du' begann'. Da kam mir der Gedanke, dass ich vielleicht einmal Lebenszeichen von mir geben sollte. Also:
Ich habe sehr viel Spaß, wie man sieht.

Dass ich mich solange nicht gemeldet habe, hat einen ganz einfachen Grund. Wir hatten die ganzen letzten Tage kein Internet, weil der Stecker gezogen war und wir es alle nicht gemerkt haben und stattdessen die Schuld bei der örtlichen Telefongesellschaft gesucht haben.

Freitag, 15. November 2013

Letzter Schultag

Heute hatte ich den [hoffentlich] letzten Schultag meines Lebens und jetzt geht es in die 3 Monate Ferien Phase. Bereits letzten März gab es einen Tag, der sich als 'mein letzter Schultag' ausgegeben hat. Eine gemeine Täuschung, wie es sich dann hier herausgestellt hat. Dieser könnte allerdings tatsächlich mein letzter Schultag gewesen sein. Ich habe mit AFS gesprochen und es sieht ganz so aus, als würde ich nach den Ferien eine Bolivianische Universität besuchen [ich bitte um Daumendrücken!].
Unser Versuch uns zu verewigen.
...es wird wohl überstrichen werden...

Unsere gesamte letzte Schulwoche war reichlich chaotisch! ...nicht, dass das erlaubt gewesen wäre. Wir haben uns an der Decke unseres 4,5 Meter hohen Klassenraumes verewigt. Als die Direktion das entdeckt hat, hat sie einen kleinen Wutanfall gekriegt, sucht seitdem nach jedem kleinsten weiteren Fehler, den unser Kurs machen könnte und ist über-pingelig. Um ehrlich zu sein, nicht grundlos. Sie haben den schimmelnden Klassenschrank entdeckt und auch die Kussmünder, die unsere Mädels mit Lippenstift an die Wand geküsst haben. Nach diversen Drohungen, uns alle zu suspendieren, ist es wohl zu viel gewesen, dass wir heute, entgegen der Anordnungen der Direktion, alle in Sportuniform gekommen sind. Aufgebracht stürmte der Direktor den Klassenraum und verkündete, es gäbe heute keinen Physiktest, wir müssten die Konsequenzen unseres Handelns tragen.

Dienstag, 12. November 2013

Money, Money, Money

Und so sieht es aus, das bolivianische Geld
Das Geld hier in Bolivien heißt Bolivianos [Cents entsprechen Centavos]. Es gibt 1o, 2o, 5o, 1oo und 2oo Boliviano-Scheine und Münzen im Wert von o.1o, o.2o, o.5o, 1, 2, und 5 Bolivianos. Ein Euro entspricht derzeit etwa 8.914 Bolivianos. Der Einfachheit halber rechnen hier alle Austauschschüler immer mal zehn minus ein bisschen. Am Anfang ist man aber doch immer ein bisschen geschockt, wenn man die Preise sieht oder hört; umgerechnet ist aber alles hier spottbillig!
Eine Busfahrt kostet keine 27 Cent, Packung Oreo [4 Kekse] oder No-Name Kekse [6 Stück] kosten 22 Cent und eine Halbliterflache Coca Cola bekommt man für 5o Cent.
Eine Kugel hausgemachtes Eis bekommt man für 12 Cent und ein trockenes Brötchen für 3 Cent. 5 Personen, eine Stunde Bowlen mit Schuhen - 14€! Namenhafte Marken, wie Hollister, die, wie einem versichert wird, Original und keine billige Kopie sind [naja...], werden einem für 2o€ hinterhergeschmissen. DVDs, die aber ganz offensichtlich Raubkopien sind, kosten auch nicht viel mehr als 5o Cent. Das Problem mit den DVDs ist nur, dass das man beim Kauf ein bisschen sowas wie RussischRolett spielt. Es ist nicht immer gesagt, dass man eine gute Qualität bekommt. Manchmal erwischt man einen Kinomitschnitt, nur eine Sprache [im besten Fall so etwas wie Chinesisch] funktioniert, die DVD spielt nicht oder es ist gar ein ganz anderer Film. Auch lustig ist es, wenn man sich ungewollt erst das Ende des Films ansieht und dann den Anfang. Aber damit muss man wohl leben, wenn man wissentlich Raubkopien kauft.
Das eigentlich einzig teure hier ist FastFood und europäischer Süßkram, obwohl ich letztens einen Burger für vielleicht 2€ hatte, der so groß war, dass ich ihn nicht geschafft habe. Dazu gab es noch Pommes und er war unglaublich lecker!

Ich kann mir so richtig gut vorstellen, wie meine Freunde mich später, zurück in Deutschland, zu einer Vorabiparty überreden wollen und ich kopfschüttelnd dastehe und mir denke: Das sind fast 7o Bolivianos... Nur Für den Eintritt!!

Samstag, 9. November 2013

Titicaca-Fotos [26. & 27. Okt]

 Gestern, nachdem ich mit Dana [wir erinnern uns: Deutsche Schülerin in La Paz, die auf der Isla del Sol mit mir auf einem Zimmer war] eine deutsche Konditorei aufgesucht und geplündert habe, war sie so freundlich, mir ihre Speicherkarte zu überlassen. Einige der Fotos kann ich keinem vorenthalten, also schmücken sie jetzt diesen wunderschönen Blog!

So sehen Bolivianische Fähren aus. Genau so vertrauenerweckend, wie die Stege...

Der Blick von der Straße auf den See

Bootsanlegestelle... hier Hafen!                         ...diese Stege...

Montag, 4. November 2013

My new Family

Jetzt nach dem Familienwechsel geht es mir viel besser! Ich habe eine Familie gefunden, in der ich mich wohl fühle... halt ein bisschen wie in einer Familie. Und das nach nur 4 Tagen!
Eine so tolle Familie kann ich naürlich keinem vorenthalten, deshalb würde ich sie euch gerne hiermit vorstellen.
Bruder Jeremy
[ganz offensichtlich nicht
imaginär!]

Die wohl wichtigsten Familienmitglieder sind die, die mit im Haus [bzw. in der Wohung] leben. Das wären mein Bruder Jeremy [nicht imaginär!!!], meine Mama Susana und mein Papa David. Auch nicht zu vergessen sind meine Großeltern, die mitsamt Hund/ laufendem Bettvorleger Rocky nahe bei der Schule wohnen und mittags für unsere Verköstigung sorgen.