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Mittwoch, 4. Juni 2014

Leichen im Keller

Ich wollte eigentlich schon ewig einen Post über das bolivianische Bauwesen machen, habe aber entweder keine Zeit gefunden, oder andere Sachen als wichtiger empfunden. Aber jetzt ist es endlich so weit. 

In meinen Augen ist es sehr verwunderlich, dass nicht die Hälfte der Häuser hier zusammenbricht, denn in der bolivianischen Bauweise gibt es keine tragenden Wände. Die Stabilität wird hier durch Betonpfeiler gesichert. Eisenstangen, werden senkrecht in den Boden gerammt und dann mit Beton ummantelt.
Das Skellet des Hauses sieht dann in etwa so aus:
Ich weiß ja nicht, aber irgendwie erweck das kein großes Vertauen in mir. Wie genau der Boden jetzt eingebracht wird ist und bleibt mir auch weiterhin ein Rätsel.

Mittwoch, 12. März 2014

1oo Happy Days

Im Endeffekt ist es doch immer wieder erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht! Bis zu meinem voraussichtlichen Abflug am 2o.Juni fehlen nur noch 1oo Tage. Zur Feier des Tages hab ich da mal was vorbereitet. Das Alphabet. Viele kennen es, viele lieben es. Hier kommt meine Version des Alphabets. Hier kommt Bolivien von A bis Z.

Montag, 3. März 2014

Karneval mag mich nicht.

Alles begann am Donnerstag mit der Altweiber Fassnacht. Da ich jetzt volljährig und somit ein altes Weib bin, nahm mich meine Gastmutter mit, zu ihrem Treffen der Comadres. Um der Gruppe von 11 Frauen einen einheitlichen Look zu verpassen, trugen wir alle schwarze Jeans, ein weißes Oberteil, eine blaue Perücke und Katzenohren. Wir waren in einer Kneipe, die sich die Botschaft Tarija's nennt. Dem entsprechend wurde man dort den Traditionen dieser Stadt [Tarija] etwas näher gebracht. Es gab einen Obstkorb [der jedoch in unserem Fall eher Gemüse und Lustballons beinhaltete], traditionelle Live-Musik, sowie Essen. So habe ich es gewagt Kuhmagen zu probieren und es sogleich bereut. Es stellte sich schnell heraus, dass dieses Lokal nicht besonders gut war. Es war sehr klein und nicht für große Menschenmassen ausgelegt, doch es kamen immer mehr und mehr Leute, sodass die Lokalbesitzer uns am Ende einen Tisch und mehrere Stühle abgeknöpft haben, damit noch mehr Leute kommen können. Aber da unsere Truppe ganz lustig drauf war, hatten wir trotzdem unseren Spaß, bis...

Samstag, 11. Januar 2014

Klima

Ich werde des öfteren mal gefragt wie das hier so mit dem Wetter ist, ob es jetzt im Sommer wärmer ist und dergleichen. Zunächst gibt es da etwas grundlegendes klarzustellen: In La Paz gibt es keine Jahreszeiten. Im Grunde ist das ganze Jahr April! Das Wetter kann im Viertelstundentakt von wolkig zu sonnig über heiß zu Gewitter wechseln und man weiß nie was kommt. Sich morgens zu entscheiden, was man anziehen sollte, ist schwierig; gar unmöglich, wenn man die richtige Entscheidung treffen möchte. Wenn die Sonne scheint, wird es richtig warm, wenn der Wind weht, wird es schnell kühl, wenn es regnet [wer hätte das gedacht] wird man nass und wenn es dann mal schneit oder auch nur die Sonne unter geht, sollte man am besten Handschuhe parat haben. 

Zugegeben, ein paar Regeln gibt es, an die sich das Wetter hier hält.
Im Januar und Februar kann man damit rechnen, dass es jeden Tag regnet. Im Sommer [November, Dezember, Januar, Februar] ist es [wenn es nicht regnet] tatsächlich etwas wärmer als den Rest des Jahres. Schnee fällt meist nur im Winter [Juni, Juli, August] und dann auch hauptsächlich in El Alto. ...und das war's!

Es gibt für mich eine neue Methode herauszufinden, wann es regnen wird. Vergesst Wetterfrösche. Ich habe gelesen [und beobachtet], dass Katzen nießen, wenn sie sprüren, dass es regnen wird. Ist das nicht interessant?

Sonntag, 8. Dezember 2013

Uyuni-Reise 3/4

Nach der atemberaubenden Sternennacht, die so eisigkalt war, dass ich selbst im Fellgefütterten Schlafsack gefroren habe, begann ein schläfriger Morgen. In der Nacht hatten wir eigentlich abgesprochen, den Sonnenaufgang zu bewundern, doch mein Wecker hatte mich vergessen oder sich entschieden den Anblick der aufgehenden Sonne nicht mit mir zu teilen. Wie auch immer, ich habe davon nichts mitbekommen und so müde wie ich war fand ich es auch gar nicht so dramatisch... bis ich die Fotos sah.
Die Laguna Colorada mit ihrem rot gefärbten Wasser
Mit weitgehend leeren Kameraakkus und entsprechend gereizten Gemütern stiegen wir wieder in unsere Autos. Der erste Stopp war an der Laguna Colorada [die rote Lagune]. Durch die vorherrschende Algenart und den hohen Mineralstoffgehalt ist das Wasser rot gefärbt. Je nach Tageszeit und Betrachtungwinkel kann das Wasser blutrot, rosé oder orange-gelb wirken. Die Färbung des Federkleides der Flamingos, die in großer Zahl in der Laguna Colorada anzutreffen sind, ist im übrigen auf diese Mineralien und Algen zurückzuführen. Soweit ich das mitbekam erklärte die ganze Gruppe die Lagune zum schönsten Ort Boliviens, aber es ging ja noch weiter.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Uyuni-Reise 2/4

Am Montagmorgen begannen zunächst die Kämpfe um die Duschen. Wer schlau war hatte sich schon für 2 Stunden früher den Wecker gestellt aber selbst das funktionierte nur teilweise. Bei über 7o Austauschschülern und einer Tagesaußentemperatur von 4o°C wird es da echt knapp. Ich griff auf altewehrte Methoden zurück - Puder und Parfüm... und natürlich Deo -, die schlussendlich effektiver waren, als auf eine nicht freiwerdende Dusche zu warten.
Irgendwo im Nirgendwo

Die Nacht über war ich mit meinen üblichen AFS-Freunden auf einem Zimmer. Die 4 Deutschen Mädels, die mit mit mir in La Paz leben und zu denen ich mehr oder weniger regen Kontakt habe. Das gefiel mir nicht unbedingt. Ich wollte diesen Austausch ja unter anderem machen, um neue Kulturen kennen zu lernen und Freunde in der ganzen Welt zu finden. Dieser Plan wurde ja schon mehr oder weniger durchkreuzt, als wir feststellten, dass fast ausschließlich Deutsche und Belgier nach Bolivien kommen; aber dass wir uns dann auch noch in die Gruppen Asiaten, Belgier, deutsche Schüler und deutsche Freiwillige aufteilen macht es noch schlimmer. Als wir dann also gebeten wurden uns in Gruppen auf die Autos aufzuteilen, die für die nächsten Tage unser Zuhause sein sollten, gab ich mein bestes, von meinen üblichen Gefährten wegzukommen und mich bunt unter die Leute zu mischen. Ich hatte [zunächst] eine Gruppe mit einem Deutschen, der aber quasi am anderen Ende Boliviens wohnt, 3 Thailändern und einer Japanerin. Das war doch schonmal nicht schlecht. Mit dem Auto [einem Toyota Land Cruiser] sind wir dann ins Nirgendwo gedüst.

Dienstag, 12. November 2013

Money, Money, Money

Und so sieht es aus, das bolivianische Geld
Das Geld hier in Bolivien heißt Bolivianos [Cents entsprechen Centavos]. Es gibt 1o, 2o, 5o, 1oo und 2oo Boliviano-Scheine und Münzen im Wert von o.1o, o.2o, o.5o, 1, 2, und 5 Bolivianos. Ein Euro entspricht derzeit etwa 8.914 Bolivianos. Der Einfachheit halber rechnen hier alle Austauschschüler immer mal zehn minus ein bisschen. Am Anfang ist man aber doch immer ein bisschen geschockt, wenn man die Preise sieht oder hört; umgerechnet ist aber alles hier spottbillig!
Eine Busfahrt kostet keine 27 Cent, Packung Oreo [4 Kekse] oder No-Name Kekse [6 Stück] kosten 22 Cent und eine Halbliterflache Coca Cola bekommt man für 5o Cent.
Eine Kugel hausgemachtes Eis bekommt man für 12 Cent und ein trockenes Brötchen für 3 Cent. 5 Personen, eine Stunde Bowlen mit Schuhen - 14€! Namenhafte Marken, wie Hollister, die, wie einem versichert wird, Original und keine billige Kopie sind [naja...], werden einem für 2o€ hinterhergeschmissen. DVDs, die aber ganz offensichtlich Raubkopien sind, kosten auch nicht viel mehr als 5o Cent. Das Problem mit den DVDs ist nur, dass das man beim Kauf ein bisschen sowas wie RussischRolett spielt. Es ist nicht immer gesagt, dass man eine gute Qualität bekommt. Manchmal erwischt man einen Kinomitschnitt, nur eine Sprache [im besten Fall so etwas wie Chinesisch] funktioniert, die DVD spielt nicht oder es ist gar ein ganz anderer Film. Auch lustig ist es, wenn man sich ungewollt erst das Ende des Films ansieht und dann den Anfang. Aber damit muss man wohl leben, wenn man wissentlich Raubkopien kauft.
Das eigentlich einzig teure hier ist FastFood und europäischer Süßkram, obwohl ich letztens einen Burger für vielleicht 2€ hatte, der so groß war, dass ich ihn nicht geschafft habe. Dazu gab es noch Pommes und er war unglaublich lecker!

Ich kann mir so richtig gut vorstellen, wie meine Freunde mich später, zurück in Deutschland, zu einer Vorabiparty überreden wollen und ich kopfschüttelnd dastehe und mir denke: Das sind fast 7o Bolivianos... Nur Für den Eintritt!!

Sonntag, 15. September 2013

Essen

Ich bin jetzt schon eine Weile hier [am 19. sind es 2 Monate] und dachte mir es ist an der Zeit über die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu schreiben. Ich werde jetzt also tun, was ich tun muss. Ich schreibe über Essen. 
Gott, wie sehr vermisse ich deutsches Essen, oder zumindest das Essen, das ich von Zuhause gewohnt bin. Irgendwas mit Sahne... dafür würde ich morden! Oder ein Auflauf, eine Lasagne.  Oder wie wäre es mit  2 gebratenenen Wildschweinen? Ohne Pfefferminzsauce versteht sich.  Oh jaaaa:
Die Himmelspforte tut sich vor mir auf. Welch' herrlicher Anblick. All diese Sahnetorten. Kirschen. Ein Chicken McNugget flattert zu mir herüber und landet auf meiner Schulter. Sprudelwasser fließt zwischen den Wolken dahin und der Duft von Erdbeeren liegt in der Luft. Ein Glas Milch schwebt vor mir her. Steak. Pasta. Pizza. Ein Käsefonduebrunnen und gleich daneben ein Schokobrunnen und lauter Weintrauben. Pommes. Soweit das Auge reicht die besten Köstlichkeiten. Salat. Und ein Vollkornbrot. Danke! Der Weg ist mit Kinderschokolade gepflastert. Ein Sauerkrautbaum. Das ich mich darübe jemals freuen würde... und da sind auch die Wildschweine. Ich muss wahrlich im Himmel sein.

Montag, 12. August 2013

Heute mal was lehrreiches

Hier in La Paz stoße ich immer wieder auf diverse Flaggen und ich brauchte ein bisschen, dahinter zu kommen, was die so bedeuten. Natürlich war da eine, die hab ich sofort erkannt.
Die bolivianische Staatsflagge seit 1851. Der rote Streifen symbolisiert die Tapferkeit der bolivianischen Soldaten und ihr vergossenes Blut. Der gelbe Streifen steht für den Reichtum an Bodenschätzen und der grüne für die Fruchtbarkeit des Landes sowie die Hoffnung. In der Mitte des gelben Streifens findet sich das Staatswappen Boliviens.