Posts mit dem Label HILFE werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label HILFE werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 4. Juni 2014

Leichen im Keller

Ich wollte eigentlich schon ewig einen Post über das bolivianische Bauwesen machen, habe aber entweder keine Zeit gefunden, oder andere Sachen als wichtiger empfunden. Aber jetzt ist es endlich so weit. 

In meinen Augen ist es sehr verwunderlich, dass nicht die Hälfte der Häuser hier zusammenbricht, denn in der bolivianischen Bauweise gibt es keine tragenden Wände. Die Stabilität wird hier durch Betonpfeiler gesichert. Eisenstangen, werden senkrecht in den Boden gerammt und dann mit Beton ummantelt.
Das Skellet des Hauses sieht dann in etwa so aus:
Ich weiß ja nicht, aber irgendwie erweck das kein großes Vertauen in mir. Wie genau der Boden jetzt eingebracht wird ist und bleibt mir auch weiterhin ein Rätsel.

Samstag, 22. März 2014

So.. What next!?

Inzwischen bin ich da doch schon eine ganze Weile hier. Alltag hat sich eingeschlichen und wenn nicht gerade etwas außergewöhnliches passiert oder ich etwas neues kennenlerne, fällt es mir wirklich schwer Themen zu finden, über die ich in diesem wunderschönen Blog schreiben kann.
Deshalb ist jetzt ein bisschen Interaktion gefragt. Ich bin mir sicher, dass es eine Menge Fragen gibt, die mir nicht in den Sinn kommen, weil für mich alles so normal geworden ist. Also haut die Finger in die Tasten und schreibt alle Fragen, die ihr habt, in die Kommentare! Keine Sorge! Es ist ganz unverbindlich und man muss seine Seele nicht verkaufen. Natürlich würde ich mich freuen, zu wissen, wer da kommentiert, aber das ist selbstverständlich optional. Ich werde versuchen in meinem nächsten Blogpost [wenn denn nichts spannendes dazwischenkommt] alle Fragen so gut wie möglich zu beantworten. Je mehr Fragen, um so interessanter wird's. Also, auf geht's!

Samstag, 14. Dezember 2013

Weihnachtsstimmung?

Dass in 1o Tagen Weihnachten sein soll, ist bei mir noch nicht angekommen. An meinen bolivianischen Mitmenschen liegt das aber ganz bestimmt nicht. Bei Pollos Copacabana [dem bolivianischen McDonalds] stehen schon seit Mitte November die Weihnachtsbäume in vollem Schmuck und auch so spart hier keiner an der Deko. Meine Mutter würde einen Anfall kriegen, wenn sie sehen würde in welch 'geschmackvoll' überdekoriertem Umfeld ich mich gerade befinde. Blinkende, singende Lichterketten - Das erfüllt doch die Herzen mit Freude. Überall ist es bunt und blinkt und die üblichen Weihnachtslieder, die einen zu jeder anderen Jahreszeit zu Tode nerven würden, tönen von überall her.

Eine der weniger kitschigen Dekorationen.
Also wie kommt es, dass ich nicht in Weihnachtsstimmung bin?
Vermutlich fehlen mir zu viele Dinge, die für mich zu Weihnachten einfach dazu gehören. Zum Beispiel das zweimonatige Aufregen darüber, dass die Weihnachtsartikel wie Lebkuchen, Zimtsterne und Schokoweihnachtsmänner viel zu früh verkauft werden. Ich habe dieses Jahr keine einzige alte Frau, vor mir an der Kasse 'Pure Geldmacherei!' sagen hören. Faszinierend, dass das für mich zu Weihnachten dazugehört. Natürlich spielt auch das Wetter hier gar nicht mit. Wenn es nicht regnet [und so oft regnet es hier im Moment nicht] scheint die Sonne und es ist wirklich, wirklich warm. Nicht gerade weihnachtlich... Die Tage sind viel zu lang für Winter und hier ist ja auch gar kein Winter! Weihnachten im Sommer!? Die Weihnachtsbäume sind alle aus Plastik und teilweise nicht einmal grün. Es gibt keine 24 Tage Vorbereitungszeit durch einen Advendskalender, der auch gleichzeitig immer ein gutes Wahnzeichen ist, wie viele Tage man noch hat, bis die Geschenke fertig verpackt unterm Baum liegen müssen. Eine Adventszeit ohne Christstollen, Glühwein/Punsch, Adventskranz oder Weihnachtsmarkt. Das ist es doch wirklich nicht.

Montag, 4. November 2013

Familienwechsel

Am Donnerstag [Halloween] habe ich tatsächlich noch in einer Nacht- und Nebel-Aktion die Familie gewechselt. Na, okay. Nacht und Nebel ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber es kam doch schon ziemlich überraschend! Also... WARUM?  ist jetzt wohl die Frage aller Fragen.

Es war nicht so, dass ich eine schlechte Familie hatte. Ich bin mir sicher, dass diese Familie voller toller Personen war ...nur leider habe ich davon nicht all zu viel mitbekommen. Die Chemie stimmte einfach nicht. Wir hatten keine Gemeinsamkeiten, weder gemeinsame Interessen, noch sonstwas; nichts worauf man eine familiäre Beziehung hätte aufbauen können. Alle in der Familie haben viel und lange gearbeitet, sodass ich eigentlich fast immer allein Zuhause war und selbst wenn nicht, gab es eigentlich niemanden, der mit mir geredet hätte. Sie haben null Interesse an meiner Person oder meiner Kultur gezeigt und das, obwohl ihr Sohn jetzt für ein Austauschjahr in Deutschland ist.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

This is Halloween!?

Halloweendeko von vor 2 Jahren
Heute ist Halloween. Wer hätte das gedacht. Es ist das erste Jahr, in dem mich die Erinnerung meines Handys, dass mir verkündet, dass heute der Tag aller Tage im Jahr ist, mich tatsächlich überrascht hat. Ich bin so gar nicht in Halloweenstimmung. Das könnte verschiedene Gründe haben: Zum einen ist es warm. Die wenigen Bäume, die es hier gibt werden eher grüner, als dass sich ihre Blätter orange-rot färben und die Bürgersteige in Waldwege verwandeln. In einigen Schaufenstern hängt noch immer die Farbenfrohe Frühlingsdeko, die nur hier und da durch Grimmassenschneidene Kürbisse und Fledermäuse ersetzt wurde. Das Kunstblut hier in Bolivien scheint irgendwelche giftigen Inhaltsstoffe zu haben, weshalb es nur auf dem Schwarzmarkt verkauft wird, und wer möchte schon giftiges Blut haben. Und sind wir mal ganz ehrlich... Was ist Halloween ohne Blut!? Was auch dazu beigetragen haben könnte, dass sich meine Euphorie sehr in Grenzen hält, ist dass ich in einem weiß-beige-braunen Zimmer schlafe. Mal ganz abgesehen davon, dass das ja sowieso meine absoluten Lieblingsfarben sind [ACHTUNG, DUCKEN, IRONIE!!!], vermisse ich meine schwarzen, Spinnweben-überzogenen Wände, mein Ungeziefer [die Armeisen in meinem Bett hier zählen nicht], mein UV-Licht und meine Nebelmaschine. Und natürlich vermisse ich auch meine verrückten Freunde und meine fast normale Familie, die Halloween jedes Jahr auf's neue zu etwas besonderem machen.

Sonntag, 20. Oktober 2013

Dinge, die ich ganz schrecklich vermisse:

  • Ein Federoberbett
    Hier stapelt man Wolldecken übereinander und schläft zwischen beliebigen Schichten. Das ist zwar warm aber für meine eiskalten Patschefüße nicht warm genug...
  • Meine Farben, Leinwände & Pinsel.
    Das wichtigste und vorallem leichteste hab ich zwar mitgenommen, aber nichts ersetzt meine Kunstkramsammlung, die sich leider Zuhause, 1o.ooo km von mir entfernt befindet.
  • Milch & Frühstück
    Milch gibt es hier zwar, aber meine Familie zieht es vor, Milchpulver zu kaufen [kein Ersatz!!!!] und die Frische Milch, die wir haben, mit Kakaopulver zu verunreinigen. Mit dem Frühstück bin ich natürlich von Zuhause aus sehr verwöhnt. Die Auswahl ist immer riesig und gut. Hier gibt es fast ausschließlich Orangenmarmelade und ich breche in innerliches Jauchzen aus, wenn es mal etwas Fleischwurstähnliches oder komischen Käse gibt.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Seit 8o Tagen in der Welt

Sonntag: Nachdem ich fertig bin mit all den üblichen Hausarbeiten [Wäsche waschen, spülen, aufräumen, saugen, etc.], kommt in mir eine gewisse Langeweile auf. Diese veranlasste mich heute dazu, mal einen genauen Blick darauf zu werfen, wie lange ich schon hier bin und wie lange ich noch hier sein werde. Ich kam zu dem Ergebnis, dass ich mich vor genau 8o Tagen [nicht besonders emotional] am Frankfurter Flughafen von meinen Eltern verabschiedet habe, um in die Welt aufzubrechen, um ein Abenteuer zu erleben! Das Abenteuer Bolivien.
Jetzt bin ich hier und irgendwie ist alles viel weniger abenteuerreich, als ich es erwartet hätte. Im Grunde ist es die meiste Zeit über ziemlich langweilig. Die größten Lichtblicke sind neben der Schule alle Freizeitaktivitäten, die ich so habe und um ehrlich zu sein: Das sind momentan nicht besonders viele. Sobald einmal die Neugierde bezüglich des neuen, ausländischen, blonden Mädchens verflogen ist, sind viel weniger Menschen gewillt spontan etwas mit ihm zu unternehmen. Auf der anderen Seite lernt man mit der Zeit den ein oder anderen besser kennen. Als Folge ergibt sich, dass man zwar mit weniger Menschen etwas zu tun hat, aber dafür mit einigen wenigen intensiver.

Dienstag, 13. August 2013

Unterricht.

Ich glaube ich hatte jetzt jedes Unterrichtsfach, das es an meiner Schule so gibt und ich bin schlicht und ergreifend entsetzt. Entsetzt, weil ich nicht mehr auf Anhieb wusste, was die 2. Mendel'sche Regel besagt; entsetzt, weil ich keine Ahnung von Informatik hab und das hier machen muss; und entsetzt, weil ich immer noch nicht genug verstehe. Vorallem aber bin ich entsetzt aufgrund des Lernniveaus im Englisch- und Matheunterricht. Die englischen Texte in den Büchern sind gar nicht so einfach und sie enthalten eine Menge hilfreicher Vokabeln. Die Aufgaben dazu sind allerdings ein Witz. Lücken füllen hier, ein bisschen Grammatik da und am Ende alles nochmal abschreiben. Wer das ganze nicht so recht hinkriegt kann es auch einfach vom Nachbarn abschreiben oder lässt sich die Lösungen von der Lehrerin vorsagen. Die Lehrerin ist auch ganz toll und fachlich wahnsinnig kompetent. Falscher Satzbau, falsche Rechtschreibung und falsche Aussprache sind dabei völlig normal! Der einzig andere Unterricht in dem ich sonst noch was verstehe - Mathe - ist auch nicht viel besser. Nach ein paar Aufgaben haben wir heute reelle Zahlen durchgenommen.

Donnerstag, 8. August 2013

Eindrücke der ersten Schultage

Ein Cosi-Dingsbums in Schuluniform im Unterricht.
Soo, die ersten beiden Schultage sind geschafft und ich mit ihnen.
Ich gehe auf das Colegio Ingles Catholico [ich hoffe das ist so in etwa richtig]. Das liegt mitten in La Paz, nicht weit entfernt vom vielleicht touristischsten Teil der Stadt. Die Schule ist voller Jesusbilder und -Staturen... Ein bisschen befremdlich zunächst.
Wie ich schon vorgewarnt wurde, sind Bolivianer, wie die meisten anderen Lateinamerikaner auch, sehr kontaktfreudig. In der Schule äußerte sich dies besonders dadurch, dass ich gefühlte 6o.ooo Fragen beantworten musste. Die wohl am häufigsten gestellten, neben 'Wie heißt du?' und 'Wo kommst du her?', waren wohl 'Was hörst du für Musik?', 'Hast du einen Freund?' und 'Wie ist dein Nachname?'. Da frag ich mich irgendwie warum es alle so brennend interessiert, wie ich mit Nachnamen heiße, zumal sie ihn so oder so nicht aussprechen können. Aber nun gut, es zeugt ja schließlich von Interesse und das ist doch etwas positives. Was nicht ganz so positiv ist, ist meine Blondheit [ich spreche von meiner Haarfarbe, nicht von der Intelligenz]. Zwischen all den kohlrabenschwarzen Köpfen, falle ich auf, wie ein bunter blonder Hund. Das führt zu noch mehr Fragen, die weitgehend die selben bleiben und einer ganzen Menge Aufmerksamkeit, die für einen Menschen allein viel zu viel ist. Aber die Schüler sind alle sehr nett. Ein bisschen zu interessiert, aber nett!

Dienstag, 6. August 2013

Ein Post aus Langeweile

Heute ist Nationalfeiertag in Bolivien. Sollte mich nicht alles täuschen, so ist es wie der Amerikanische Indipendence Day. Man sollte meinen, an einem solchen Tag würde gefeiert, oder man ginge in die Berge wandern oder vielleicht sogar in die Kirche oder so. Aber nein. Meine Familie arbeitet an einem solchen Tag lieber in ihrer Fabrik. Alles kein Problem, schließlich muss jeder irgendwie sein Geld verdienen. Aber warum, um Gottes Willen, muss ich mit!? Jetzt sitze ich hier vermutlich von morgens bis abends, mit nichts als einem Computer [und ich war so schlau meinen iPod mitzunehmen] und habe nicht die geringste Ahnung, was ich den ganzen Tag tun soll. Helfen kann ich nicht.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Es werden Opfer gefordert.

Einfach so neue Erfahrungen zu sammeln geht scheinbar nicht. Die Götter [welche es auch immer sein mögen] fordern für alles ein Opfer und eine reine Geldsumme scheint ihnen in meinem Fall nicht genug zu sein. Worauf ich hinaus will? Ich möchte über meine Probleme in La Paz berichten und ein bisschen jammern! ...also eigentlich so wie immer.

Dienstag, 23. Juli 2013

Lauf, Zeit, lauf! [oder wie war das?]

Ich weiß nicht... ist das was ich gerade hab ein Stimmungstief? Ich glaube schon. Wie das kommt? Nun, ich kann mich immer noch nicht verständigen. Ich verstehe zwar schon mehr als vorher aber das hilft mir auch nicht wirklich weiter. Zumal ich passender Weise nur dann etwas verstehe, wenn man nicht direkt mit mir spricht. Die einzige mit der ich wirklich reden kann, ist meine Schwester, die [wenn auch etwas eingerostet] englisch spricht. Wenn sie mal Zuhause ist - das wäre dann Abends, wenn ich am liebsten totmüde ins Bett fallen würde - ist es gar nicht so schlimm. Für den Rest der Zeit muss ich mir Beschäftigungen suchen, die weitestgehend mit dem lernen von Vokabeln und Grammatik zu tun haben. Das klingt schlimm? Ist es auch! [Nein, Quatsch]