Montag, 4. November 2013

My new Family

Jetzt nach dem Familienwechsel geht es mir viel besser! Ich habe eine Familie gefunden, in der ich mich wohl fühle... halt ein bisschen wie in einer Familie. Und das nach nur 4 Tagen!
Eine so tolle Familie kann ich naürlich keinem vorenthalten, deshalb würde ich sie euch gerne hiermit vorstellen.
Bruder Jeremy
[ganz offensichtlich nicht
imaginär!]

Die wohl wichtigsten Familienmitglieder sind die, die mit im Haus [bzw. in der Wohung] leben. Das wären mein Bruder Jeremy [nicht imaginär!!!], meine Mama Susana und mein Papa David. Auch nicht zu vergessen sind meine Großeltern, die mitsamt Hund/ laufendem Bettvorleger Rocky nahe bei der Schule wohnen und mittags für unsere Verköstigung sorgen.

Familienwechsel

Am Donnerstag [Halloween] habe ich tatsächlich noch in einer Nacht- und Nebel-Aktion die Familie gewechselt. Na, okay. Nacht und Nebel ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber es kam doch schon ziemlich überraschend! Also... WARUM?  ist jetzt wohl die Frage aller Fragen.

Es war nicht so, dass ich eine schlechte Familie hatte. Ich bin mir sicher, dass diese Familie voller toller Personen war ...nur leider habe ich davon nicht all zu viel mitbekommen. Die Chemie stimmte einfach nicht. Wir hatten keine Gemeinsamkeiten, weder gemeinsame Interessen, noch sonstwas; nichts worauf man eine familiäre Beziehung hätte aufbauen können. Alle in der Familie haben viel und lange gearbeitet, sodass ich eigentlich fast immer allein Zuhause war und selbst wenn nicht, gab es eigentlich niemanden, der mit mir geredet hätte. Sie haben null Interesse an meiner Person oder meiner Kultur gezeigt und das, obwohl ihr Sohn jetzt für ein Austauschjahr in Deutschland ist.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

This is Halloween!?

Halloweendeko von vor 2 Jahren
Heute ist Halloween. Wer hätte das gedacht. Es ist das erste Jahr, in dem mich die Erinnerung meines Handys, dass mir verkündet, dass heute der Tag aller Tage im Jahr ist, mich tatsächlich überrascht hat. Ich bin so gar nicht in Halloweenstimmung. Das könnte verschiedene Gründe haben: Zum einen ist es warm. Die wenigen Bäume, die es hier gibt werden eher grüner, als dass sich ihre Blätter orange-rot färben und die Bürgersteige in Waldwege verwandeln. In einigen Schaufenstern hängt noch immer die Farbenfrohe Frühlingsdeko, die nur hier und da durch Grimmassenschneidene Kürbisse und Fledermäuse ersetzt wurde. Das Kunstblut hier in Bolivien scheint irgendwelche giftigen Inhaltsstoffe zu haben, weshalb es nur auf dem Schwarzmarkt verkauft wird, und wer möchte schon giftiges Blut haben. Und sind wir mal ganz ehrlich... Was ist Halloween ohne Blut!? Was auch dazu beigetragen haben könnte, dass sich meine Euphorie sehr in Grenzen hält, ist dass ich in einem weiß-beige-braunen Zimmer schlafe. Mal ganz abgesehen davon, dass das ja sowieso meine absoluten Lieblingsfarben sind [ACHTUNG, DUCKEN, IRONIE!!!], vermisse ich meine schwarzen, Spinnweben-überzogenen Wände, mein Ungeziefer [die Armeisen in meinem Bett hier zählen nicht], mein UV-Licht und meine Nebelmaschine. Und natürlich vermisse ich auch meine verrückten Freunde und meine fast normale Familie, die Halloween jedes Jahr auf's neue zu etwas besonderem machen.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Titicaca See

Sorry, dass es diesmal so lange gedauert hat. Ich war so müde am Sonntag und danach hat mich das Internet verlassen. Ich hatte eigentlich sogar vor, den Post von einem Schulrechner im Informatikunterricht zu veröffentlichen. Aber wir hatten Examen und da konnte ich mich nicht unbemerkt ins Internet schleichen...Aber hier kommt [dann halt etwas verspätet] der hoffentlich interessante Bericht:

Der See [Blick von der Sonneninsel]

Dieses Wochenende war die AFS-Reise zum Titicacasee. Mit über 4o Schülern und Freiwilligen trafen wir uns am Samstagmorgen zur Abreise. Allein die Busfahrt war schon lustig. Wir haben die Leute, mit denen wir geflogen sind wiedergetroffen und viele, viele neue kennengelernt. Man konnte sich über alle möglichen Dinge unterhalten, Erfahrungen austauschen oder einfach nur über die Familien bzw AFS-Bolivien lästern. Ohne untergehende Sonne war der Ausblick nicht ganz so atemberaubend, wie letztes Mal, aber immer noch wirklich schön. Wir genossen die Busfahrt mitsamt der Aussicht und knabberten Süßigkeiten bis die Kurven anfingen. [Von denen zu berichten habe ich das letzte Mal versäumt] Deutsche Serpentinen sind nichts im Vergleich zu bolivianischen Kürvchen in grausamer Höhe gepaart mit noch viel grausamerem bolivianischem Fahrstiel. Ich habe es aber überlebt. Gott sei Dank! Sonst hätte ich den Rest der wunderbaren Reise verpasst. Nachdem wir Copacabana erreicht hatten, sind wir direkt auf Boote umgestiegen, die uns zur Isla del Sol [der Sonneninsel] gebracht haben.

Freitag, 25. Oktober 2013

LamaAlarm

Wir unterbrechen das übliche Programm für eine wichtige Mitteilung
Ich hab heute mit einem Kaugummi kauenden Babylama im Minibus gesessen! Und ich hab die ganze Zeit über '¿Como se llama?' [Wie heißt es?] geschmunzelt, weil llama heißen und Lama bedeutet.

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Schule

Was ein Sauwetter heute. Es regnet und wenn es regnet wird es hier kalt. Nicht unbedingt so angenehm in einer Stadt in der alle Transportmittel mit weit offenen Fenstern [oder auch Türen] fahren. Aber das ist es gar nicht das, worüber ich mich heute beschweren möchte. Eigentlich hatte ich vor nochmal einen etwas genaueren Einblick in meinen Schulalltag zu gewähren und die Unterschiede zu deutschen Schulen festzuhalten.
Unten Cosi, oben Pao[la].
Das ist übrigens unsere Sportuniform.

Ich dachte eigentlich immer, das bischhöfliche Mädchengymnasium, dass ich bis zum Ende der 8. Klasse besuchte, sei streng gewesen, weil wir nicht mit dem Flummi spielen durften. Als ich aber letztens ganz harmlos eine Mitschülerin/ Freundin huckepack genommen habe, hat mir ein Lehrer auf spanisch sehr erzürnt gesagt, ich solle sie absetzen. Da hat dann auch nicht geholfen, so zu tun, als würde ich ihn nicht verstehen. Sein Todesblick war eindeutig. besagter Lehrer hat mich so oder so ein bisschen auf dem Kicker. Er zwingt mich ein Buch auf spanisch zu lesen [vllt. ist jemandem 'Der Steppenwolf' von Herman Hesse ein Begriff?], mit dem selbst meine Klassenkameraden teilweise Probleme haben. Wie soll ich es dann schaffen ohne die Hilfe des Internets eine Zusammenfassung davon zu schreiben? Aber ich weiß mir da schon zu helfen. Im Großen und ganzen ist und bleibt der Unterricht hier nämlich sehr einfach. Selbst in Fächern, in denen eine gewisse Sprachkenntnis erforderlich ist, kann ich jetzt folgen. Tests schreibe ich teilweise auch mit. In Mathe [man mag es kaum glauben] war ich als zweite fertig, I5 Minuten vor allen anderen. Volle Punktzahl hab ich allerdings nicht. Den MultipleChoice-Teil hab ich falsch geraten... da waren so viele spanische Worte drin, die mich verwirrt haben; mir wurden Punkte abgezogen dafür das mein 'd' zu sehr nach einem 'a' aussieht und es gab auch Punktabzug dafür, dass ich I-3+I2-4.2+I.I ohne Zwischenschritt zusammengerechnet hab. Zum Matheniveau hier muss ich glaub ich nicht mehr viel sagen. In den Englischtests [eine Seite Lücken füllen und MultipleChoice] mache ich mir einen großen Spaß daraus die Rechtschreib- und Grammatikfehler der Lehrerin zu korrigieren und meine Antworten überausführlich zu geben. Das verwirrt sie so schön. Und was ich heute gelernt habe: Im Relitest kriegt man tatsächlich Punkte dafür, seinen Namen auf's Blatt zu schreiben!? Natürlich nur, wenn man das richtig macht. Ich hab keine Punkte bekommen... Dafür hab ich in Politik nur einen Punkt weniger als einige meiner Klassenkameraden! Die letzten Tests des Jahres folgen im November. Vielleicht lerne ich davor sogar, dann könnte die Chance bestehen, dass ich mehr Punkte habe, als meine Klassenkameraden.

Sonntag, 20. Oktober 2013

Dinge, die ich ganz schrecklich vermisse:

  • Ein Federoberbett
    Hier stapelt man Wolldecken übereinander und schläft zwischen beliebigen Schichten. Das ist zwar warm aber für meine eiskalten Patschefüße nicht warm genug...
  • Meine Farben, Leinwände & Pinsel.
    Das wichtigste und vorallem leichteste hab ich zwar mitgenommen, aber nichts ersetzt meine Kunstkramsammlung, die sich leider Zuhause, 1o.ooo km von mir entfernt befindet.
  • Milch & Frühstück
    Milch gibt es hier zwar, aber meine Familie zieht es vor, Milchpulver zu kaufen [kein Ersatz!!!!] und die Frische Milch, die wir haben, mit Kakaopulver zu verunreinigen. Mit dem Frühstück bin ich natürlich von Zuhause aus sehr verwöhnt. Die Auswahl ist immer riesig und gut. Hier gibt es fast ausschließlich Orangenmarmelade und ich breche in innerliches Jauchzen aus, wenn es mal etwas Fleischwurstähnliches oder komischen Käse gibt.