Donnerstag, 17. Oktober 2013

Meine Freunde




Ich wollte euch eigentlich nur ganz kurz meine Freunde vorstellen. Das [←] sind sie. Von links nach rechts: Pedro, Maria & Ricado.
Sie sind großartig. Fallen einem nie ins Wort, widersprechen nicht und das beste: sie verstehen mein Spanisch immer. Ausnahmslos! Ich habe keine Ahnung, was ich ohne sie tun sollte.
Eins steht auf jeden Fall fest. Diese Freunde kann ich nicht hier lassen. Wenn ich nach Hause komme, kommen sie auf jeden Fall mit. Koste es was es Wolle.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Nervioso

Die coolen Karten aus dem 1€ Shop
Chicos, ¿podemos jugar? ¿Tal vez 'Nervioso'?
Ich dachte mir, heute teile ich mit der Welt, was ich so im Unterricht mache. Selbstverständlich versuche ich mich so gut wie möglich an meine Abmachung zu halten, alles zu tun, was meine Mitschüler auch tun. Die letzten Tage fanden die Mitschüler in meiner unmittelbaren Nähe großen Gefallen an meinem Kartenspiel und da dachte ich mir, ich müsste mitmachen! Das Spiel, welchem wir uns mit Vergnügen widmeten heißt 'Nervioso' [zu deutsch: nervös]. Die Regeln sind bemerkenswert einfach [was will man auch großartig erwarten, von Schülern, die in der Abschlussklasse Bruchrechnen lernen]. Die Karten werden gleichmäßig auf alle Spieler aufgeteilt. Ein beliebiger Spieler beginnt, indem er die oberste Karte, seines verdeckten Stapels auf den Tisch legt und UNO [eins!] sagt. Der Spieler zu seiner Linken tut es ihm gleich und sagt DOS [zwei!]. So geht es im Uhrzeigersinn immer weiter. Sollte die Karte, die auf den Tisch gelegt wurde tatsächlich dem entsprechen, was gesagt wurde [z.B UNO - Ass, 5 - 5 oder K - König] so versuchen alle Spieler so schnell wie möglich ihre Hand auf die Karte zu legen. Der letzte, dem dies gelingt, muss die Karten aufnehmen und das Spiel geht weiter. Man muss den Stapel ebenfalls an sich nehmen, wenn man fälschlicher Weise, die Hand, auf eine Karte legt, einen Spieler überspringt oder eine falsche Karte ansagt [z.B statt J/B, 11] also, wenn man nervös handelt. Das alles klingt vielleicht gar nicht so spaßig, ist es aber! Insbesondere bei uns! Beim Spielen kommt immer wieder der Zwischenruf 'rapido!' [schnell], was einen dazu veranlasst die Karten eine nach der anderen auf den Tisch zu kloppen. Außerdem kommt es schon mal vor, dass ich, doof wie ich bin einfach mal, meine Hand auf den Tisch haue, weil ich der festen Überzeugung bin, eine 3 gesehen und gehört zu haben. Auch ganz lustig ist es, wenn man das Spiel mit langen Fingernägeln spielt... Sagen wir es so: UNO, DOS, TRES, CUATRO - patsch, patsch, patsch, AUUUUUU! patsch, AUUU! Da sind blutende Hände nichts besoderes.

Also Kinder: Zuhause nur unter Aufsicht Erwachsener spielen!

Sonntag, 13. Oktober 2013

Copacabana

Jetzt gerade sitze ich totmüde in meinem Bett und überlege hin und her, ob es besser ist, schlafen zu gehen oder meine Gedanken und Erinnerungen niederzuschreiben, solange sie noch frisch sind. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich besser schreibe, als stundenlang hin und her zu überlegen.
Anker in Copacabana
Was ich gemacht habe? Meine Gastfamilie hat mich am Samstagmorgen mit der freudigen Information überrumpelt, dass wir nach Copacabana fahren. Das ist ein Örtchen etwas über 1oo km von La Paz entfernt, das am Titicacasee liegt. Ich hatte nach dem Aufwecken gefühlte 8 Minuten Zeit, mich fertig zu machen und in Windes Eile meine [ungeladene] Kamera und alles einzupacken, was man braucht, um ein guter Tourist zu sein. Zu meiner Überraschung ging es dann jedoch erstmal zur Arbeit in die Fabrik. Stunden später [keine Übertreibung!] kamen diverse weitere Personen sodass wir schlussendlich zu zehnt im Auto saßen. Die Aussicht aus dem Auto war atemberaubend. Als wir den See erreichten ging die Sonne bereits unter und die Reflexion auf dem Wasser und die orangerot gefärbten Wolken waren wunderschön. Intelligenter Weise, hatte ich zwar meine Kamera in der Jackentasche, der Akku allerdings, befand sich in meinem Rucksack im Kofferraum. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir dann auch klar, dass wir vermutlich erst heute [Sonntag] zurückkehren würden. Ich hatte natürlich kein Schlafzeug dabei. 
Nachdem wir angekommen waren, gab es erst eine kleine Tour durch das Örtchen. Es ist sehr touristisch und hat viele Souvinirläden und kleine Restaurants oder Straßenstände mit Essen. Wir gingen an alle dem vorbei in eine Seitenstraßen in der sich etwas befand, für das ich keinen Namen finde. Es war in einer Art überdachter Markthalle. Rund herum an den Wänden waren kleine Stände aufgestellt, an denen Kaffee, Tee usw. angeboten wurde. Davor standen Tische mit Bänken. In der Mitte dieser Markthalle wurde in zwei etwas angerosteten Pfannen Gebäck fritiert. Ich habe zu dem fritierten Gebäck [Buñuelos] API getrunken. API ist ein typisch bolivianisches/ peruanisches Getränk aus Mais. Klingt sehr komisch, schmeckt aber großartig! Neben Mais enthält es Zucker, Zimt, Nelke und den Rest hab ich nicht verstanden. Es wird heiß serviert und typischer Weise reicht man dazu eine Art Teigtasche mit Käsefüllung und Puderzucker. Die Entdeckung von API habe ich meinem AFS-Betreuer zu verdanken! Nach der Verköstigung ging es dann in ein Hotel. Man würde es in Deutschland vermutlich nicht Hotel nennen. Absteige träfe es eher, aber der bolivianische Standart ist halt etwas anders. Türen schlossen nicht richtig, dafür ging der Klodeckel nicht richtig auf. Alle Zimmer hatten 3 Betten und auf dem Weg die Treppen hinauf wurde schon fleißig diskutirert, wer mit wem auf ein Zimmer geht. Natürlich die Eltern zusammen in ein Zimmer, der Vater meiner Gastmutter mit seiner Freundin auf ein anderes, mein älterer Gastbruder mit seiner Freundin auf ein Zimmer, seine Tochter mit meinen Gasteltern, meine beiden anderen Gastgeschwister auf ein Zimmer... und ich? Ich hatte im Endeffekt ein Zimmer für mich alleine. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das als großzügige Geste ansehen soll oder als das, was ich eher vermute: dass meine Geschwister sich kein Zimmer mit mir teilen wollten. [Berichtete ich bereits, dass ich seit 2 Wochen von meiner Gastschwester ignoriert werde und es einem Wunder gleichkommt, wenn sie auf mein 'Guten Morgen' antwortet? Nein? Vielleicht ein anderes Mal.] 
Zugegeben... ganz allein war ich garnicht auf dem Zimmer...
Kreuze bei kitschiger Kirche

Freitag, 11. Oktober 2013

Zusammenfassung II

Heute war Weltfrauentag [auf jeden Fall in diesem Teil der Welt]. Das ist hier wohl was besonderes. Man ...äääh... Frau bekommt Rosen!!! Mir wär es lieber, sie würde Kekse bekommen, aber man kann wohl nicht alles haben. Zur Feier des Tages haben wir in der Schule Plakate gebastelt und den kompletten Klassenraum mit gelber Wolle in ein gigantisches Spinnennetz verwandelt. Ich hab von der Wolle immernoch was im Haar.
Mein Wörterbuch lügt übrigens. Es sagt, dass das H im Spanischen immer stumm ist. Chips Ahoy! werden aber mit H gesprochen. Das hat mich glücklich gemacht. Außerdem habe ich eine Bolivianische Gefängnismauer angefasst [ja.. natürlich von außen... ich habe sie nicht überwinden können]. Aber → 'I hoap di Moa angfasst!'
Und um den Tag perfekt abzurunden habe ich eine echte Katze gesehen! So Real Life und so. Das erste mal seit über 2,5 Monaten! Juhu! Sie wollte mich aufessen, aber was macht das schon... KATZÖÖ!

¡Sí, hoy estoy muy feliz! No estaba en mi casa. Asi [conclusión de lo normal]: ¡La casa es mala! ¡Yaaaaaaaa! Chau, Amigos.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Seit 8o Tagen in der Welt

Sonntag: Nachdem ich fertig bin mit all den üblichen Hausarbeiten [Wäsche waschen, spülen, aufräumen, saugen, etc.], kommt in mir eine gewisse Langeweile auf. Diese veranlasste mich heute dazu, mal einen genauen Blick darauf zu werfen, wie lange ich schon hier bin und wie lange ich noch hier sein werde. Ich kam zu dem Ergebnis, dass ich mich vor genau 8o Tagen [nicht besonders emotional] am Frankfurter Flughafen von meinen Eltern verabschiedet habe, um in die Welt aufzubrechen, um ein Abenteuer zu erleben! Das Abenteuer Bolivien.
Jetzt bin ich hier und irgendwie ist alles viel weniger abenteuerreich, als ich es erwartet hätte. Im Grunde ist es die meiste Zeit über ziemlich langweilig. Die größten Lichtblicke sind neben der Schule alle Freizeitaktivitäten, die ich so habe und um ehrlich zu sein: Das sind momentan nicht besonders viele. Sobald einmal die Neugierde bezüglich des neuen, ausländischen, blonden Mädchens verflogen ist, sind viel weniger Menschen gewillt spontan etwas mit ihm zu unternehmen. Auf der anderen Seite lernt man mit der Zeit den ein oder anderen besser kennen. Als Folge ergibt sich, dass man zwar mit weniger Menschen etwas zu tun hat, aber dafür mit einigen wenigen intensiver.

Freitag, 27. September 2013

Die spinnen, die Bolivianer!

'Andere Länder, andere Sitten!' ...oder wie sagt man so schön? Dass hier einiges anders sein würde als Zuhause, habe ich natürlich erwartet, aber von dem ein oder anderen war ich dann doch sehr überrascht. Von zweien der Dinge, die einen Bolivianer zu einem echten Bolivianer machen, habe ich schon berichtet. Tanzen und der Straßenverkehr. Dazu muss ich vermutlich auch nicht mehr viel sagen... Es ist einfach verrückt!
Nach nicht allzu langer Zeit in diesem Land fällt einem auf, dass die Toleranz gegenüber Lautstärke hier sehr viel höher ist, als bei uns. Immer und überall klingelt ein Handy und zwar in voller Lautstärke und das Telefonat wird dann laut lachend angenommen. Manchmal könnte man meinen, die Telefonierenden versuchten über die Distanz zu ihrem Gesprächspartner hinweg zu schreien. Auch ein lärmender GameBoy [oder wie man die Dinger heutzutage nennt], oder laut spielende Musik, sind in den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht selten anzutreffen. Was die Handys angeht, so gibt es noch etwas anderes sehr merkwürdiges. Selbstverständlich wird in Deutschland, in der Schule, unter den Tischen gerne mal die ein oder andere SMS verschickt. Hier versteckt man das Handy nicht unterm Tisch. Es werden SMS geschrieben, Fotos gemacht oder auch telefoniert. Im Unterricht. Aber die Lehrer scheint es nicht zu stören. Die Lehrer werden hier übrigens nicht wie bei uns mit Nachnamen angesprochen, sondern mit 'Profe' [Shortform von 'Profesor/a']. Auch der Direktor, die Kassierer und noch der ein oder andere wird mit der Berufsbezeichnung angesprochen. Mich erinnert das jedes Mal an meine Grundschulzeit, in der wir immer 'Herr Busfahrer' sagten. Abgesehen davon sagen die Leute hier sehr gerne Namen. Oftmals wird man morgens in der Schule mit Namen begrüßt oder er wird in den Raum geworfen, damit keine peinliche Stille entsteht. Das ist etwas sehr merkwürdiges für mich.

Mittwoch, 25. September 2013

An Extraordinary Schoolday

Hab ich schonmal erwähnt, dass Bolivianer wirklich gerne tanzen? Immer und überall? Als ich das einem Freund erzählte, fragte er mich ob es auch so coole Tanzbattles gäbe, wie in Step Up. Bis heute morgen musste ich diese Frage leider verneinen, doch dann kam DAS:
Sieht aus wie Macarena... isset auch!              [Promo 2o14]
Alle Klassen der Sekundarstufe hatten die Möglichkeit Tanzgruppen zu stellen und sich zu freigestellter Musik eine Choreographie zu überlegen, die dann vor dem Rest vorgeführt und bewertet wurde.